

Die Kirchengemeinde St. Margaretha plant die Anschaffung einer neuen Orgel. Dazu wurde auch ein Orgelförderverein gegründet. Eine Mitgliedschaft im Orgelförderverein oder Spenden für die neue Orgel sind natürlich herzlich willkommen. Ansprechpartner sind Pfarrer Robert Lukaschek und Michael Gruber
(1. Vorsitzender des Orgelfördervereins). Spenden sind erbeten auf das Konto Nr. 16050790
bei der Kreissparkasse Göppingen, BLZ 61050000.

Nachfolgende Texte sind dem Gutachten zur Salacher Orgel aus dem Jahre 2003 vom zuständigen Orgelsachverständigen Th. Gindele entnommen:
Geschichte der Orgel nach Aktenlage
1905 Bau einer neuen Orgel durch Firma Späth, Ennetach
Instrument wurde durch Walcker-Ludwigsburg als Subunternehmer erstellt (siehe Vermerk Gutachten Ellerhorst vom 15.Juli 1934).
1923 Einbau neuer Prospektpfeifen (Principal 8’) - 37 Pfeifen aus Zink mit Aluminiumbronze überzogen, sowie für die oberen Felder Röhren aus Zink (Preis 627.000.-- M) durch die Firma Späth/Ennetach
1926 Probleme mit Gebläsemaschine - Firma Späth weist Verantwortung und Entschädigungsforderung der Gemeinde zurück
1. November 1928 Wartungsvertrag mit Firma Späth/Ennetach
(handschriftlicher Vermerk: gekündigt Juli 1936)
14. Okt. 1930 Angebot Firma Späth für neuen Spieltisch, 3 neue Register, Reparatur des Blasebalgs - zugleich Auftragbestätigung Firma Späth für ein neues elektrisches Gebläse (RM 500.--)
29. Okt. 1930 - 27. Januar - Briefe der Firma Späth
Gebläsemaschine wurde seitens der Gemeinde nicht angefordert - Monteur gab den Auftrag an die Firma weiter. Späth hat die Gebläsemaschine bereits in Auftrag gegeben (seltene Maschine Drehstrom 440 V), bittet die Gemeinde die Maschine abzunehmen, gibt im Preis nach (432.-- RM).
- Einbau der neuen Gebläsemaschine 1931
25. Juni 1934 Angebot der Firma Späth zur Erneuerung und Erweiterung der Orgel
u.a. neuer Spieltisch, Änderung und Erweiterung der Disposition, Schwellkasten für das II. Man, Oberoktave für das II. Man., Regulierbalg f. II. Man., neuer Ventilator, Reinigung, Intonation und Stimmung (4850.-- RM)
- undatierter Kostenvoranschlag für Instandsetzung der Orgel (wohl Firma Reiser - ähnlicher Umfang wie Angebot Späth 4500.—RM)
10. Juli 1934 Kirchenstiftungsratsprotokoll:
„Die Orgel unserer Pfarrkirche weist schon seit langem erhebliche Mängel auf; in den letzten Wochen zeigten sich derartige Störungen, daß die Orgel kaum mehr zu gebrauchen war. Teilreparaturen schaffen erfahrungsgemäß nur für kurze Zeit Abhilfe und verursachen bedeutende Kosten. Nach fachmännischem Urteil kann eine Abhilfe nur dadurch geschehen, daß die Orgel abgebrochen wird und es kann wohl diese Angelegenheit nicht mehr länger hinausgeschoben werden.“
Mann will die Orgel umbauen und erweitern, dazu hat Firma Späth einen Kostenvoranschlag vorgelegt.
15. Juli 1934 Gutachten über die Orgel in Salach von P. Winfried Ellerhorst OSB (zusammengefasst):
Die Orgel wurde 1905 von Späth erbaut, wurde aber laut Auskunft der Firma von Walcker in Ludwigsburg bezogen.
Traktur funktionierte von Anfang an nicht richtig, arbeitet unpräzise, geräuschvoll und unzuverlässig.
Luftundichtigkeiten im Orgelinneren. Ventilator nicht ganz fachgerecht angeschlossen, nicht gedämmt.
Konstruktion des Spieltisches (Einstromsystem) verursacht immer wieder Störungen.
Kegelladen (Pedal Taschenladen) sind gut, außer Membranen und Ventilen, sowie zu enge Bleiröhren.
Disposition
I. Manual |
II. Manual |
Pedal |
| Burdon 16’ |
Geigenprinzipal 8’ |
Prinzipalbaß 16’ |
| Prinzipal 8’ |
Liebl. Gedackt 8’ |
Violonbaß 16’ |
| Gamba 8’ |
Hohlflöte 8’ |
Subbaß 16’ |
| Doppelgedeckt 8’ |
Salizional 8’ |
Oktavbaß 8’ |
| Flute octav. 8’ |
Äoline 8’ |
|
| Dolce 8’ |
Gemshorn 4’ |
|
| Oktave 4’ |
|
|
| Rohrflöte 4’ |
|
|
| Mixtur 3-4 f. 2 2/3’ |
|
|
| Trompete 8’ |
|
|
Gesamtklang der Orgel roh und hart - Klangrichtung von anno 1900. Es fehlt das Klangedle, der wohltuende Ton. Der Principalchor schreit, Doppelgedeckt, Burdon u. Hohlflöte machen den Klang dick; die Streicher sind nach heutigem Geschmack zu scharf. Instrument erfüllt nicht die Anforderungen für Liturgie und künstl. Orgelspiel (vor allem auch Triospiel, mangels geeigneter Stimmen).
Abhilfe:
neuer Spieltisch, neue Röhrenpneumatik, neue Registerrelais und Membranen an den Windladen. Neue Pedalwindlade (Kegellade). Ventilator und Windführung schallgedämpft.
Klanglich: Edler, warmer Prinzipalton, Entfernung der klangverdickenden Doppelgedackt u. Hohlflöte. Zurücknehmen aller Stimmen hinsichtlich Schärfe, weiterer Ausbau des Flötenchores.
Neue Disposition
Hauptwerk |
Oberwerk |
Pedalwerk |
| Burdon 16’ |
Geigenprinzipal 8’ |
Prinzipal 16’ |
| Prinzipal 8’ |
Liebl. Gedackt 8’ |
Subbaß 16’ |
| Schweizerflöte 8’ |
Salizional 8’ |
Zartbaß (Abschw.) |
| Singend Gedeckt 8’ |
Fernflöte 8’ |
Oktavbaß 8’ |
| Dolce 8’ |
Nachthorn offen 4’ |
Liebl. Posaune 16’ |
| Oktave 4’ |
Gemshorn 4’ |
Singend Kornet 2’ |
| Rohrflöte 4’ |
Blockflöte 2’ |
|
| Quinte 2 2/3’ |
Tertian 2 fach |
|
| Mixtur 3-4 f. 2 2/3’ |
Zimbel 3 fach |
|
| Trompete 8’ |
Krummhorn Wgt! 8’ |
|
| |
Tremulant |
|
| Koppel OW-HW |
|
Koppeln HW-PW; OW-PW |
Freiregistratur A u. B. Registerschweller, Schwellwerk für Oberwerk. Pianopedal. Rohrwerke ab. Tutti. Auslöser. 10 neue Stimmen, 5 alte werden entfernt.
- undatierter Kostenvoranschlag der Firma Reiser über Umbau und Erweiterung der Orgel (6000.—RM) der alle Vorschläge Ellerhorst beinhaltet
3. August 1934 - Genehmigung zur Instandsetzung und Umbau der Orgel durch das Bischöfliche Ordinariat nach dem Kostenvoranschlag der Firma Reiser (6000.-- Reichsmark)
12. August 1934 - Auftragsbestätigung durch Firma Reiser (Orgel Umbau u. Erweiterung mit 26 Registern auf 2 Manuale und Pedal - Lieferung bis 15. Oktober 1934)
27. August 1934 - Brief von Orgelrevident Siller an das Pfarramt
Er empfiehlt auf Anfrage des Pfarramts anstelle des Cornets im Pedal einen Choralbaß 4’ einzubauen. Außerdem soll die Subkoppel beibehalten werden.
24.9.1934 Schreiben Pater Ellerhorst
Rechtfertigung seine Vorschläge ist aber mit den Vorschlägen Sillers einverstanden.
27. November 1934 Abnahme Gutachten Orgelrevident Siller (Prüfung der Orgel 27. Oktober 1934 - Weihe am 28.10.34)
Endgültige Disposition:
Hauptwerk |
Schwellwerk |
Pedalwerk |
| Burdon 16’ |
Geigenprinzipal 8’ |
Prinzipal 16’ |
| Prinzipal 8’ |
Liebl. Gedackt 8’ |
Subbaß 16’ |
| Schweizerpfeife 8’ |
Salizional 8’ |
Zartbaß (Abschw.) |
| Singendgedekt 8’ |
Fernflöte 8’ |
Oktavbaß 8’ |
| Dolze 8’ |
Nachthorn offen 4’ |
Liebl. Posaune 16’ |
| Oktave 4’ |
Gemshorn 4’ |
Choralbaß 4’ |
| Rohrflöte 4’ |
Blockflöte 2’ |
|
| Quinte 2 2/3’ |
Tertian 2 fach |
|
| Mixtur 3-4 f. 2 2/3’ |
Zimbel 3 fach |
|
| Trompete 8’ |
Krummhorn Wgt! 8’ |
|
| |
Tremulant |
|
| Koppel II/I |
|
Koppeln I/Ped., II/Ped. |
„... mustergültige Disposition, Abkehr von der Grundtönigkeit. Mensuren eigens von Pater Ellerhorst errechnet und bestimmt. Reiser hat Raumschwierigkeiten zu überwinden. Werk mußte vergrößert werden und äußeres Gestalt sollte unverändert bleiben. Neue Pneumatik. Gebläseanlage rekonstruiert. Neuer Spieltisch.“
31. 12. 1964 - Rechnung Firma Reiser (vom Orgelbauer dem Sachverständigen zur Verfügung gestellt) über die folgenden ausgeführten Arbeiten:
Ausreinigung, neue Membranen I. Man, II. Man und Ped. nur wo erforderlich neue Membranen, Register Schweizerpfeife 8’, Mixtur 2 2/3’, Flöte 8’ und Zymbel mit in die Werkstatt samt Pfeifenstöcke, Spieltisch ausgereinigt und wo nötig neue Membranen eingesetzt, Anfertigung neuer Windsack für den Balg, Pedalklaviatur Instand setzen.
Umarbeitung vorhandener und Anfertigung neuer Register:
- Manual - Oktave 2 aus alter Zymbel, Mixtur 1 1/3’ 4 fach - Umarbeitung von 2 Chören aus der alten Mixtur, 2 Chöre neu
- Manual - Quinte 1 1/3’ Umarbeitung eines Chores der alten Mixtur, Zymbel 1’ 4-fach, neu
Gesamtkosten DM 7.684
Aktenvermerk: 1979 - gereinigt nach Kirchenrenovation

Disposition
Heutiger Zustand der Orgel: Erbaut von Firma Reiser, Biberach, op. 137 - 1934
| Hauptwerk |
|
|
Schwellwerk |
|
|
Pedal |
|
| Bourdon |
16' |
|
Geigenprincipal |
8' |
|
Principalbass |
16' |
| Principal |
8' |
|
Lieblich Gedackt |
8' |
|
Subbass |
16' |
| Singendgedackt |
8' |
|
Salicional |
8' |
|
Zartbass |
16' |
| Dolze |
8' |
|
Nachthorn |
4' |
|
Octavbass |
8' |
| Octav |
4' |
|
Gemshorn |
4' |
|
Choralbass |
4' |
| Rohrflöte |
4' |
|
Blockflöte |
2' |
|
Lieblich Posaune |
16' |
| Nasat |
2 2/3' |
|
Tertian |
1 3/5' und 1 1/3' |
|
|
|
| Octav |
2' |
|
Quint |
1 1/3' |
|
|
|
| Mixtur 4f. |
2 2/3' |
|
Zimbel 3f. |
|
|
|
|
| Trompete |
8' |
|
Krummhorn |
8' |
|
|
|
| |
|
|
Tremulant |
|
|
|
|
| Koppel II/I |
|
|
|
|
|
Koppel I/Ped. |
|
| Koppel II/I |
16' |
|
|
|
|
Koppel II/Ped. |
|
Spielhilfen; Crescendo-Walze (Fußtritt, Handhebel), Cerescendo ab, Combination A, Combination B, Auslöser, Tutti, Zungen ab, Pedalpiano ab (Knöpfe unter dem I. Man.) - Schwelltritt
Tastenumfang: C-f’’’ (Manuale), C-d’ (Pedal)
Pneumatische Kegellade (Röhrenpneumatik).

Der neoromanischer Prospekt stammt wohl von 1905. Er ist farblich gefaßt. Das Gehäuse ist allerdings nur Fassade.


|